Die Behandlung von Prostatakrebs

Die Behandlung von Prostatakrebs

Einleitung

Die Abteilung für Strahlentherapie des UMCG behandelt jährlich etwa 275 Patienten mit Prostatakrebs. Diese Behandlung nutzt moderne Bestrahlungstechniken mit Photonen (VMAT). Ab Ende 2017 steht dem UMCG alternativ auch die Bestrahlung von Tumoren mit Protonen zur Verfügung. Diese Protonentherapie kann generell auch bei Prostatakrebs verwendet werden.

Protonentherapie bei Prostatakrebs

Bei Bestrahlung des Prostatakarzinoms wird eine hohe Strahlungsdosis auf die Prostata abgegeben, während die gesunden Organe in dem Gebiet, einschließlich Rektum, die niedrigste mögliche Dosis erhalten.
Die hohe Dosis auf die Prostata ist notwendig, um das Prostatakarzinom zu heilen. Das Risiko einer Schädigung gesunder Organe, mit der Folge dauerhafter Nebenwirkungen, steigt bei höherer Dosis.
Die wichtigsten Nebenwirkungen wie ein häufiger Stuhlandrang oder Blutverlust im Stuhl resultieren aus einer Schädigung des Rektums.
Moderne Bestrahlungstechniken sind bereits sehr darin fortgeschritten, eine hohe Dosis in gesunden Organen und folglich entsprechende Spätfolgen zu vermeiden. Bei einigen Patienten kann das Risiko für Spätfolgen durch den Einsatz von Protonentherapie noch weiter reduziert werden. 
Es wird erwartet, dass von 100 Patienten mit Prostatakarzinom, die im UMCG mit Strahlentherapie behandelt werden, 10 Patienten für die Behandlung mit Protonentherapie in Betracht kommen (also 10%).

Untenstehend je ein Beispiel für einen Strahlenbehandlungsplan für Photonen- und Protonentherapie.

Bestrahlung mit Photonen (links) und Protonen (rechts). Bestrahlung mit Photonen (links) und Protonen (rechts).

Das linke Bild zeigt einen Strahlenbehandlungsplan mit Photonen. In diesem Strahlenbehandlungsplan werden die hellblau dargestellten Gewebe mitbestrahlt. Für eine gute Behandlung der Prostata (das 'zu bestrahlende Gebiet', rot dargestellt) ist die Dosis im Rektum noch recht hoch.

Auf dem rechten Bild oben ist ein Strahlenbehandlungsplan mit Protonen zu sehen. In diesem Strahlenbehandlungsplan mit Protonen ist der hellblaue Bereich viel kleiner und liefert im Vergleich mit Photonenbestrahlung in diesem Fall eine niedrigere Dosis für das Rektum, so dass auch das Risiko auf anhaltende Schädigungen geringer ist.

Wann ist Protonentherapie für Sie geeignet?

Nicht jeder Patient mit Prostatakrebs wird für Protonentherapie in Erwägung gezogen. Patienten, bei denen durch eine Bestrahlung mit Photonen ein erhöhtes Risiko auf eine Schädigung gesunder Organe existiert, kommen eventuell für Protonentherapie in Betracht. Um festzustellen, ob Sie von der Protonentherapie profitieren könnten, werden vor Ihrer Bestrahlung zwei Strahlenbehandlungspläne erstellt: einer mit Photonen und einer mit Protonen. Für beide Behandlungspläne wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen berechnet. Auf dieser Grundlage wird entschieden, welche Strahlenbehandlung am besten für Sie geeignet ist.

Patienten mit Prostatakarzinom können Protonentherapie derzeit noch nicht in Anspruch nehmen. Sie werden von den Niederlanden aus auch nicht zur Behandlung in andere Länder überwiesen.

Ab wann ist Protonentherapie in Groningen verfügbar?

Voraussichtlich können Patienten mit Prostatakrebs ab Ende 2017 im Protonentherapiezentrum des UMC Groningen, das Teil der Abteilung für Radiotherapie der Universitätsklinik Groningen ist, mit Protonen behandelt werden. Die Protonentherapie wird nicht am Standort Emmen der Abteilung für Radiotherapie des UMCG durchgeführt.
 

Ihre Ärzte

Folgende Ärzte unserer Abteilung sind auf die Behandlung von Patienten mit Prostatakarzinom spezialisiert.
 

Drs. H.A.M. Vanhauten Drs. H.A.M. Vanhauten
Dr. A.C.M. van den Bergh Dr. A.C.M. van den Bergh
Drs. S. Bijmolt Drs. S. Bijmolt

Zusätzliche Informationen

Weitere Informationen über Prostatakrebs, unter anderem zu Ursachen, Symptomen, Untersuchung, Behandlung und Nachsorge finden Sie hier.
Mehr Informationen über das multidisziplinäre Behandlungsteam Prostatakrebs finden Sie hier.