Die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

Die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

Einleitung

Im Kopf-Hals-Gebiet können Tumoren auftreten, etwa in der Nase, den Nasennebenhöhlen, im Mund- und Rachenraum, am Kehlkopf oder den Speicheldrüsen. Tumoren im Kopf-Hals-Bereich sind selten und die Behandlung ist oft komplex. Aus diesem Grund werden betroffene Patienten in den Niederlanden in medizinischen Zentren mit einem multidisziplinären Kopf-Hals-Team behandelt.
Nach umfangreichen Untersuchungen erteilt die Arbeitsgruppe Kopf-Hals eine Behandlungsempfehlung. Eine der Behandlungsmöglichkeiten ist Bestrahlung (Radiotherapie).

Die Abteilung für Radiotherapie des UMCG behandelt jährlich etwa 270 Patienten mit Kopf-Hals-Karzinom mittels externer Strahlentherapie. Dabei kommen hochmoderne (Photonen-) Bestrahlungstechniken zum Einsatz.
Ab Ende 2017 steht dem UMCG alternativ auch die Bestrahlung mit Protonen zur Verfügung. Diese Protonentherapie kann auch bei Kopf-Hals-Karzinom verwendet werden.

Protonentherapie und Kopf-Hals-Tumoren

Radiotherapie ist eine wichtige Ergänzung zu chirurgischen Eingriffen und bietet eine wirksame Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren. Da der Tumor und wichtige Organe in der Kopf-Hals-Region nah aneinander liegen, ist die Behandlung von Kopf-Hals-Karzinom kompliziert.
Die Strahlenbehandlung setzt auch Organe rund um den Tumor Strahlung aus, wodurch Symptome wie Mundtrockenheit und Geschmacksverlust auftreten können. Ziel ist, die Nebenwirkungen zu verringern, indem die Strahlendosis auf das umliegende Gewebe minimiert wird.

Mundtrockenheit und Schluckbeschwerden

Bestrahlung im Kopf- und Halsbereich verursacht Nebenwirkungen, die negativen Einfluss auf die Lebensqualität haben, etwa:

  • Mundtrockenheit

Die häufigste Nebenwirkung der Strahlentherapie im Kopf- und Halsbereich ist ein trockener Mund. Dies kann Probleme beim Schlucken, Schmecken und Sprechen sowie Karies verursachen.

Forschung hat gezeigt, dass etwa die Hälfte der Patienten bei einer (Photonen-) Bestrahlungsbehandlung von Mundtrockenheit betroffen ist.
Protonentherapie kann eine geringere Strahlenbelastung in den großen Speicheldrüsen verursachen, sodass das Risiko auf Mundtrockenheit reduziert wird. Das Ausmaß der Verbesserung der Mundtrockenheit variiert allerdings von Patient zu Patient.

  • Schluckbeschwerden

Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich verursacht bei etwa einem Viertel der Patienten bleibende Schluckbeschwerden. Die Beschwerden reichen von Verschlucken und der Einschränkung, Nahrung ausschließlich in pürierter Form aufnehmen zu können, bis hin zu Abhängigkeit von Sondenernährung. Protonentherapie kann eine geringere Strahlenbelastung in den Schluckmuskeln verursachen, sodass das Risiko auf Schluckbeschwerden reduziert wird. Das Ausmaß der möglichen Verbesserung variiert allerdings von Patient zu Patient.

Protonenbestrahlung bei Kopf-Hals-Tumoren

Auf den folgenden Abbildungen ist zu erkennen, dass mit Protonentherapie im Kopf-Hals-Bereich eine höhere Dosis auf den Tumor und eine kleinere Dosis auf das benachbarte gesunde Gewebe abgegeben werden kann. Hierdurch können in einigen Fällen Mundtrockenheit und Schluckbeschwerden vermieden werden. 

Beispiel 1. Das Risiko auf Mundtrockenheit bei einem Strahlenbehandlungsplan mit Photonen und einem mit Protonen. Beispiel 1. Das Risiko auf Mundtrockenheit bei einem Strahlenbehandlungsplan mit Photonen und einem mit Protonen.

Die Abbildung oben links zeigt einen Strahlenbehandlungsplan im Hals mit hochmodernen (Photonen-) Bestrahlungstechniken. Der Tumor (die zu bestrahlende Fläche) wird bestrahlt (rot), und im hellblau dargestellten Gewebe, das die Speicheldrüsen umfasst, tritt Strahlenbelastung auf. Das Risiko auf Mundtrockenheit ist hier 60 Prozent.

Die Abbildung rechts zeigt einen Protonenbestrahlungsplan des gleichen Tumors. Der hellblaue Bereich ist auf dieser Abbildung kleiner als auf dem linken Bild. Dies bedeutet, dass das benachbarte Gewebe weniger Strahlung ausgesetzt ist. Das Risiko auf Mundtrockenheit sinkt auf 45 Prozent.

Beispiel 2. Vermeiden von Schluckbeschwerden Beispiel 2. Vermeiden von Schluckbeschwerden

Die linke Abbildung für Beispiel 2 zeigt einen Strahlenbehandlungsplan mit hochmodernen (Photonen-) Bestrahlungstechniken. Auf dieser Grundlage wird das Risiko schwerwiegender Schluckbeschwerden auf 38 Prozent geschätzt.

Die Abbildung rechts zeigt einen Bestrahlungsplan mit Protonenbestrahlungstechnik. Die Schluckmuskeln werden geschont und das Risiko schwerwiegender Schluckbeschwerden sinkt von 38 auf 22 Prozent.

Wann ist Protonentherapie für Sie geeignet?

Protonentherapie bei Kopf-Hals-Karzinom ist keine Standardindikation. Aus diesem Grund werden bei einem hohen Risiko schwerwiegender Mundtrockenheit und Schluckbeschwerden zwei Strahlenbehandlungspläne erstellt: einer mit hochmoderner Bestrahlungstechnik mit Photonen und einer mit Protonen. Der Radio-Onkologe vergleicht dann die beiden Pläne und bestimmt mithilfe von Computermodellen, ob eine Bestrahlung mit Protonen in Ihrem Fall vorteilhafter ist.

Wo?

In den Niederlanden ist derzeit keine Protonentherapie verfügbar. Voraussichtlich können Patienten mit Krebs im Kopf-Hals-Bereich ab Ende 2017 im Protonentherapiezentum des UMC Groningen, das Teil der Abteilung für Radiotherapie des Universitätsklinikums Groningen ist, mit Protonen behandelt werden.

Ab wann ist Protonentherapie in Groningen verfügbar?

Voraussichtlich können Patienten mit Kopf-Hals-Karzinom ab Ende 2017 im Protonentherapiezentum des UMC Groningen behandelt werden, das Teil der Abteilung für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Groningen ist. Die Protonentherapie wird nicht am Standort Emmen der Abteilung für Radiotherapie des UMCG durchgeführt.

Ihre Ärzte

Die folgenden Ärzte der Abteilung für Radiotherapie sind auf die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren spezialisiert.

Prof. dr. J.A. Langendijk Prof. dr. J.A. Langendijk
Dr. H.P. Bijl Dr. H.P. Bijl
Dr. R.J.H.M. Steenbakkers Dr. R.J.H.M. Steenbakkers
Drs. J.G.M. Vemer-van den Hoek Drs. J.G.M. Vemer-van den Hoek

Zusätzliche Informationen

Weitere Informationen über Kopf-Hals-Karzinom, unter anderem zu Ursachen, Symptomen, Untersuchung, Behandlung und Nachsorge finden Sie hier.